Die Kosten der verkauften Waren (englisch: Cost of Goods Sold, kurz COGS) sind weit mehr als ein Buchhaltungsbegriff. Sie sind eine zentrale Kennzahl, die die Produktionskosten deines Unternehmens direkt misst und deine Rentabilität beeinflusst. Sie zu verstehen und richtig zu berechnen, ist essenziell für eine kluge Preisgestaltung, effizientes Bestandsmanagement und eine korrekte Steuererklärung.
Die COGS-Formel mag auf den ersten Blick sehr technisch und einschüchternd wirken. Doch dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, was in die COGS einfließt, wie du sie berechnest und wie du dich optimal auf die Steuererklärung vorbereitest.
Was sind die Kosten der verkauften Waren (COGS)?
Die Kosten der verkauften Waren (Cost of Goods Sold) sind die direkten Kosten für die Produktion der Waren, die dein Unternehmen verkauft. Auch als „Umsatzkosten" bezeichnet, umfassen die COGS die Material- und Arbeitskosten, die unmittelbar mit der Herstellung von Handelswaren verbunden sind.
- COGS unterscheiden sich von Betriebskosten, die Ausgaben wie Miete, Nebenkosten und Marketing umfassen, sowie von den Umsatzkosten im weiteren Sinne, die auch Fulfillment und Zahlungsabwicklung einschließen.
- Händler:innen verwenden verschiedene Methoden zur Bestandsbewertung, darunter FIFO (First-in, First-out), LIFO (Last-in, First-out) und die gewichteten Durchschnittskosten. Diese wirken sich auf Rentabilität und Steuerlast aus.
- Die Erfassung der COGS hilft Unternehmen, wettbewerbsfähige Preise festzulegen, den Bestand effizient zu verwalten und das zu versteuernde Einkommen durch den Abzug produktionsbezogener Ausgaben zu senken.
Wie lautet die COGS-Formel?
Die Formel für die Kosten der verkauften Waren lautet: (Anfangsbestand + Einkäufe) – Endbestand = COGS
Was fließt in die Berechnung der Kosten der verkauften Waren ein?
Die Kosten der verkauften Waren entsprechen im Wesentlichen dem Einkaufspreis jedes Artikels, einschließlich der direkten Arbeitskosten, die für die Produktion jedes Produkts anfallen.
Dazu gehören die Kosten für:
- Alle Teile, die zum Bau oder zur Montage der Produkte verwendet werden
- Rohstoffe, die für die Produkte benötigt werden
- Waren, die zum Weiterverkauf und/oder zur Herstellung des Produkts eingekauft werden
- Teile oder Maschinen, die zur Herstellung des Produkts erforderlich sind
- Betriebsmittel, die in der Produktion benötigt werden
- Die Arbeitskräfte, die die Produkte zusammenbauen und die Teile versenden
- Versand von Teilen und Ausrüstung zum Lager für die Produktherstellung, einschließlich Container, Fracht und Treibstoffzuschläge
Wie sich COGS von anderen Betriebsausgaben unterscheiden
COGS vs. Betriebskosten (OpEx)
Betriebskosten (OpEx) und COGS werden beide vom Umsatz abgezogen, erzählen aber unterschiedliche Geschichten über die Performance deines Unternehmens.
So unterscheidest du sie:
- COGS umfassen die direkten Kosten für die Herstellung der verkauften Waren. Sie gelten als variable Kosten, da sie direkt mit dem Produktionsvolumen schwanken.
- OpEx umfassen die indirekten Kosten für den Geschäftsbetrieb, unabhängig davon, wie viel du verkaufst. Sie gelten als Fixkosten und beinhalten Ausgaben wie Miete, Gehälter und Marketing.
Diese Unterscheidung ist in der Gewinn- und Verlustrechnung entscheidend. Umsatz minus COGS ergibt deinen Bruttogewinn, der zeigt, wie effizient du deine Waren produzierst und bepreist.
Berechne zuerst den Bruttogewinn und ziehe dann die OpEx ab, um deinen Betriebsgewinn zu ermitteln. Dieser spiegelt die Gesamtrentabilität deines Kerngeschäfts wider.
Ein Beispiel: Eine Modeboutique muss Miete, Nebenkosten und Marketingkosten zahlen, egal, wie viele Artikel sie in einem Monat verkauft. Wenn die Boutique ein Hemd verkauft, berücksichtigt die COGS-Formel das Nähen, den Faden, den Kleiderbügel, die Etiketten, die Verpackung und so weiter. Dazu gehören auch alle Waren, die von Lieferant:innen und Hersteller:innen eingekauft wurden.
COGS vs. Umsatzkosten
Die Umsatzkosten umfassen alle Kosten, die direkt mit der Umsatzgenerierung verbunden sind, einschließlich COGS plus zusätzlicher Ausgaben wie:
- Fulfillment und Versand an Kund:innen
- Gebühren für die Zahlungsabwicklung
- Kundenservice und Support
- Website-Hosting und Transaktionsplattform-Gebühren
Im Gegensatz zu COGS werden Umsatzkosten von Unternehmen verwendet, deren Angebot über physische Produkte hinausgeht. Ein Software-as-a-Service-Unternehmen (SaaS) hat beispielsweise keine physischen Waren. Daher umfassen seine Umsatzkosten Server-Hosting, Rechenzentrumskosten und Gehälter für den Kundensupport, der für den laufenden Betrieb erforderlich ist.
Kosten der verkauften Waren berechnen: Eine Anleitung in fünf Schritten
- Direkte und indirekte Kosten bestimmen
- Methode zur Bestandsbewertung wählen
- Anfangsbestand und Einkäufe ermitteln
- Endbestand berechnen
- Die COGS-Formel anwenden
1. Direkte und indirekte Kosten bestimmen
Direkte Kosten sind alle Verkaufskosten, die unmittelbar mit dem Produkt selbst verbunden sind. Dazu gehören:
- Rohstoffkosten oder Waren zum Weiterverkauf
- Bestandskosten für die Fertigwaren
- Betriebsmittel für die Produktion der Produkte
- Verpackungskosten und unfertige Erzeugnisse
- Produktionsmaterial
- Gemeinkosten, einschließlich Nebenkosten und Miete
Indirekte Kosten umfassen:
- Arbeitskräfte, die das Produkt zusammenbauen
- die Ausrüstung, die zur Herstellung des Produkts verwendet wird
- Abschreibungskosten der Ausrüstung
- Kosten für die Lagerung der Produkte
- Verwaltungskosten und Gehälter
- nicht-produktionsbezogene Ausstattung für Personal
Ein Hinweis zu Betriebskosten: Dieser Teil ist knifflig und erfordert erfahrene Buchhalter:innen, um die Kosten korrekt den einzelnen Produkten zuzuordnen. Diese Kosten müssen strategisch auf alle hergestellten und gelagerten Produkte verteilt werden und werden in der Regel jährlich berechnet.
2. Methode zur Bestandsbewertung wählen (FIFO, LIFO oder gewichteter Durchschnitt)
Wer deine Steuererklärung erstellt, sollte dich beraten, welche Bestandsbuchhaltungsmethode für dein Unternehmen am besten geeignet ist. Die gängigsten Methoden sind:
FIFO-Methode
First in, First out (FIFO) bedeutet, dass die zuerst produzierten oder eingekauften Waren auch zuerst verkauft werden. Diese Methode eignet sich am besten für verderbliche Waren und Produkte mit kurzer Haltbarkeit. Bei steigenden Preisen führt FIFO zu niedrigeren COGS (da ältere, günstigere Bestände zuerst verkauft werden), was den Nettogewinn erhöht. Bei sinkenden Preisen ist es umgekehrt: Die COGS sind höher und der Nettogewinn niedriger.
LIFO-Methode
Last in, First out (LIFO geht davon aus, dass die zuletzt eingekauften oder produzierten Waren zuerst verkauft werden. Bei steigenden Preisen werden Waren mit höheren Kosten zuerst verkauft, und der Schlussbestand ist niedriger. Das führt zu einem sinkenden Nettogewinn. In Zeiten der Inflation führt LIFO zu höheren ausgewiesenen COGS in den Finanzberichten und einem niedrigeren zu versteuernden Einkommen.
Gewichtete Durchschnittskosten
Bei den gewichteten Durchschnittskosten wird der Durchschnittspreis aller vorrätigen Produkte zur Bewertung der verkauften Waren herangezogen, unabhängig vom Kaufdatum. Diese Methode eignet sich ideal für Massenprodukte wie Wasserflaschen oder Schrauben. Um die COGS nach dieser Methode zu berechnen, multiplizierst du die verkauften Einheiten mit den durchschnittlichen Kosten.
3. Anfangsbestand und Einkäufe ermitteln
Egal, ob du Marmelade, T-Shirts oder digitale Downloads verkaufst, du musst wissen, mit wie viel Bestand du das Jahr beginnst, um die Herstellungskosten berechnen zu können. Erfasse alle Produkte, die während des Geschäftsjahres eingekauft wurden und zum Verkauf verfügbar sind, einschließlich Rohstoffe. Ziehe dann alle Entnahmen für den Eigenverbrauch ab.
Der Anfangsbestand umfasst nicht nur fertige Produkte, die auf Lager und verkaufsbereit sind, sondern auch alle vorhandenen Rohstoffe, angefangene, aber noch nicht fertiggestellte Artikel sowie Betriebsmittel. Dieser Wert sollte mit dem Endbestand des vorherigen Geschäftsjahres übereinstimmen.
Darüber hinaus müssen alle Artikel und Bestände, die im Laufe des Jahres eingekauft werden und nicht zum Anfangs- oder Endbestand gehören, ebenfalls erfasst werden.
- Für Einzelhändler:innen sind das die Einkaufskosten.
- Für Unternehmen, die ihre eigenen Produkte herstellen, werden diese als Herstellungskosten der Produktion (COGM) berechnet. Das ist eine eigenständige Berechnung, die alle direkten Produktionskosten umfasst.
Wie bei der Steuererklärung musst du alle Belege aufbewahren, die nachweisen, dass diese Artikel im richtigen Geschäftsjahr eingekauft wurden.
4. Endbestand berechnen
Am Ende des Jahres erfasst du den gesamten verbleibenden Bestand, also alle Produkte, die noch vorhanden und nicht verkauft wurden. Diese Informationen fließen in die aktuelle COGS-Berechnung ein und werden auch für die Berechnungen des Folgejahres benötigt.
Der gesamte Endbestand lässt sich in folgende Kategorien einteilen:
- verkaufsfertig
- beschädigt (erfordert eine Schätzung des Werts der beschädigten Artikel)
- wertlose Produkte (ein Nachweis der Vernichtung muss erbracht werden)
- veraltete Artikel (ein Nachweis der Wertminderung ist erforderlich; diese Produkte können an gemeinnützige Organisationen gespendet werden, wenn sie noch verwendbar sind)
5. Die COGS-Formel anwenden
Sobald du deinen Bestand zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums berechnet hast, lautet die anerkannte COGS-Formel:
(Anfangsbestand + Einkäufe) – Endbestand = COGS
💡 Profi-Tipp: Shopify macht es dir leicht, deine Kosten der verkauften Waren am Ende des Kalenderjahres zu ermitteln, ganz ohne manuelle Berechnungen oder Formeln. Gehe dazu einfach zum Finanzbericht in deinem Shopify-Adminbereich und wähle den gewünschten Zeitraum aus.
Beispiel für die Berechnung der Kosten der verkauften Waren
Hier ein COGS-Beispiel zur Veranschaulichung: Dein Unternehmen hat folgende Daten für die Bestandserfassung des Kalenderjahres, das am 31.12.2025 endet. Dein Bestand zu Jahresbeginn beträgt 20.000 €. Am Jahresende liegt dein Bestand bei 6.000 €. Im Laufe des Jahres hat dein Unternehmen Einkäufe im Wert von 8.000 € getätigt.
Du kannst die COGS mit der obigen Formel berechnen: (20.000 € + 8.000 €) – 6.000 € = 22.000 € COGS.
Warum die Berechnung der COGS für dein Unternehmen entscheidend ist
Bruttogewinn und Rentabilität präzise bestimmen
Die COGS-Berechnung hilft dir, den Bruttogewinn pro Verkauf zu ermitteln, zu verstehen, welche Produkte am profitabelsten sind, und den optimalen Preis festzulegen. So triffst du klügere Bestandsentscheidungen, die Lagerkosten senken, veraltete Bestände vermeiden und den verfügbaren Platz optimal nutzen.
Bestand optimieren und Lagerkosten senken
Mit einem effizienten Bestandsmanagementsystem kannst du Lagerkosten reduzieren und deine Lagerdauer verkürzen, was die COGS senkt. Das unterstützt Einkaufs-, Lager- und Produktionsentscheidungen. All das wird einfacher, wenn du dieselbe Plattform für alle Vertriebskanäle nutzt: Einzelhandel, E-Commerce und B2B.
Shopify ist die einzige Lösung auf dem Markt, die echten und effektiven Unified Commerce für Händler:innen bietet, indem E-Commerce und POS-Kanäle nativ auf einer zentralen Plattform vereint werden.
- Eine Unified-Commerce-Plattform bietet eine einzige verlässliche Datenquelle für dein gesamtes Unternehmen. Shopify stellt die Commerce-Plattform bereit, die Millionen von Händler:innen in über 175 Ländern nutzen, und erreicht 99,9 % Plattformverfügbarkeit, damit deine Daten genau und zugänglich sind, wenn du sie am meisten brauchst.
Eine datengestützte Preisstrategie entwickeln
Der erste Schritt bei der Festlegung deiner Preisstrategie ist es, deine COGS pro Einheit zu kennen. Sie zeigt dir das absolute Minimum, das du verlangen musst, um bei einem Verkauf kostendeckend zu arbeiten.
Die richtige Preisgestaltung hat einen enormen Einfluss auf dein Ergebnis. Selbst minimale Preisänderungen können zu deutlichen Gewinnsteigerungen führen. Ein englischsprachiger NIQ-Bericht aus dem Jahr 2024 ergab, dass eine Preiserhöhung von 1 % die Margen um rund 11 % steigern kann. Voraussetzung ist, dass die Absatzmenge gleichbleibt.
Aber die Kosten sind nur die halbe Wahrheit. Du musst auch berücksichtigen, was Kund:innen tatsächlich bereit sind zu zahlen. Hier kommt die Preiselastizität ins Spiel. Sie hilft dir herauszufinden, wie stark dein Absatz steigen oder sinken könnte, wenn du den Preis erhöhst bzw. reduzierst.
Während deine COGS also die Preisuntergrenze festlegen, hilft dir die Preiselastizität, die Obergrenze zu finden. Dein bester, profitabelster Preis liegt in der Regel irgendwo dazwischen.
Steuerlast deines Unternehmens managen
Das Finanzamt erlaubt dir, die Kosten für Waren, die du zur Herstellung oder zum Einkauf deiner verkauften Produkte verwendest, steuerlich abzusetzen.
Durch die Berechnung aller Betriebsausgaben, einschließlich der COGS, stellt das Unternehmen sicher, dass diese in der Steuererklärung gegen den Gesamtumsatz aufgerechnet werden. Das bedeutet, dass das Unternehmen nur auf den Nettogewinn Steuern zahlt. Dadurch sinkt die Gesamtsteuerlast, wenn es Zeit für die Steuerzahlung wird.
Bedenke jedoch: Hohe COGS bedeuten zwar eine niedrigere Einkommensteuer. Dennoch ist das kein erstrebenswertes Szenario, denn letztlich bedeutet es auch eine geringere Rentabilität für das Unternehmen. Es ist wichtig, die COGS effizient zu steuern, um die Nettogewinnmarge zu erhöhen.
Praktische Strategien zur Senkung deiner COGS
Deine COGS sind ein entscheidender Faktor dafür, wie viel Gewinn dein Unternehmen erwirtschaftet. Während sich diese Strategien auf direkte Kosten konzentrieren, sollte ein ganzheitlicher Ansatz zur Rentabilität auch darauf abzielen, Gemeinkosten wo immer möglich zu reduzieren. Die Senkung deiner COGS ist ein hervorragender Ausgangspunkt.
Bestandsmanagement optimieren
Überschüssiger oder unorganisierter Bestand bindet Kapital, das für dein Unternehmen arbeiten könnte. Die richtigen datengestützten Tools helfen dir, dieses Kapital freizusetzen.
Mit der Stocky-App (die in Shopify POS Pro enthalten ist) kannst du beispielsweise Verkaufsdaten und Einkaufsvorschläge nutzen, um die richtige Menge zu bestellen und Überbestellungen zu vermeiden.
Im Shopify-Adminbereich kannst du außerdem:
- Alle Einkäufe an einem Ort verwalten. Nutze das integrierte Bestelltool, um Bestellungen zu erstellen und zu verfolgen, deine Gesamtkosten einzusehen und Lieferanteninformationen zu verwalten.
- Nachbestellungen automatisieren. Verwende Shopify Flow, um Benachrichtigungen zu erhalten, wenn dein Bestand knapp wird. Du kannst es sogar so einrichten, dass automatisch ein Bestellentwurf erstellt wird, wenn der Bestand eines Artikels eine bestimmte Menge erreicht.
- Genau wissen, was du hast. Verbinde ein RFID-System (Radio Frequency Identification) wie Simple RFID oder Senitron mit deinem Shopify POS, um eine Bestandsgenauigkeit von über 95 % zu erreichen. Wenn du genau weißt, was du hast, musst du weniger Sicherheitsbestand vorhalten.
Händler:innen wie Bared Footwear haben Bestandsprobleme mit ihrem früheren System am eigenen Leib erfahren. Sie nutzten Lightspeed für POS-Transaktionen, aber COO Alexandra McNab sagt: „Unser Onlineshop verkaufte Bestellungen schneller, als die API mit Lightspeed synchronisieren konnte, das gleichzeitig als unser Bestandsmanagementsystem fungierte. Dadurch konnte Lightspeed keine genaue Bestandsverfügbarkeit anzeigen, was bedeutete, dass wir riskierten, Artikel zu überverkaufen, wenn unsere Filialen während eines Online-Sales normal weiter verkaufen wollten."
Seit der Migration zu Shopify, um die Bestandsdaten über Online- und Offline-Kanäle hinweg zu vereinheitlichen, kann Bared Footwear nun neue Fulfillment-Workflows implementieren, um Kund:innen besser zu bedienen.
„Mit Shopify haben wir eine Unified-Commerce-Plattform, die das ganzheitliche Erlebnis, das wir unseren Kund:innen bieten möchten, ermöglicht – ohne unser Team mit umständlichen Workarounds oder risikoreichen Situationen zu belasten", sagt Alexandra.
Bessere Konditionen mit Lieferant:innen verhandeln
Lieferant:innen sind Partner:innen, und es gibt in der Regel Spielraum, um für beide Seiten mehr Wert zu schaffen. Beginne damit, deine Lieferantenbasis zu konsolidieren. Lieferantenansichten zeigen dir, wie viel du bei den jeweiligen Lieferant:innen ausgibst. Diese Informationen kannst du nutzen, um bessere Preise für Großbestellungen auszuhandeln.
Technologie zur Automatisierung der Produktion nutzen
Unternehmen, die in Smart-Manufacturing-Initiativen investieren, berichten von bis zu 20 % Verbesserung der Produktionsleistung und 20 % Steigerung der Arbeitsproduktivität (Link auf Englisch). Das senkt deine COGS pro Einheit und kann rund 15 % zusätzliche Kapazität freisetzen.
Synchronisiere Produktion und Verkauf in Echtzeit. Integriere eine Manufacturing-Resource-Planning-App (MRP) wie Katana mit Shopify, um Verkaufsaufträge, Stücklisten (BOMs) und Materialplanung automatisch zu synchronisieren. Eine nahtlose Verbindung hilft, Nachbestellungen auszulösen, Erwartungen zu steuern und Bestandsdaten über alle Vertriebskanäle hinweg perfekt zu vereinheitlichen.
Materialverschwendung analysieren und reduzieren
Jedes Stück verschwendetes Material und jeder ineffiziente Prozess erhöhen deine COGS. Genau zu identifizieren, wo Verschwendung auftritt, ist der erste Schritt, um sie zu reduzieren. Apps wie Katana können nachverfolgen, wie viel Material bei der Produktion für jeden Posten auf deiner Stückliste verschwendet wird oder als Ausschuss anfällt.
💡 Profi-Tipp: Nutze Shopifys Echtzeit-Bestandsfunktionen wie Multi-Standort-Tracking und Nachfrageprognosen von Stocky, um Überbestellungen zu vermeiden, die zu Abschreibungen führen könnten.
Grenzen der COGS-Formel verstehen
Die COGS-Formel hilft zwar bei der Berechnung direkter Kosten und der Bewertung der Rentabilität, hat aber auch einige Einschränkungen:
- Unvollständigkeit: Die COGS-Formel berücksichtigt nur direkte Kosten wie Material und Arbeit, schließt aber indirekte Kosten wie Marketing, Verwaltungsausgaben und Gemeinkosten aus, die die Gesamtrentabilität beeinflussen können.
- Unterschiedliche Ansätze: Verschiedene Bestandsbewertungsmethoden können zu unterschiedlichen COGS-Ergebnissen führen, was sich auf ausgewiesene Gewinne und Steuerpflichten auswirkt. Die Wahl der falschen Methode kann die Finanzanalyse verzerren.
- Schwankende Kosten und Inflation: Steigende Material- und Arbeitskosten können die Genauigkeit der COGS-Berechnungen beeinträchtigen, insbesondere wenn ein Unternehmen seine Bestandsbewertung oder Kostenverfolgungsmethoden nicht regelmäßig aktualisiert.
- Nicht in Echtzeit: COGS werden in der Regel über einen bestimmten Zeitraum berechnet, was bedeutet, dass Echtzeitschwankungen bei den Produktionskosten möglicherweise nicht erfasst werden, was zu veralteten oder irreführenden Finanzdaten führen kann.
Um diese Einschränkungen zu überwinden, sollten Händler:innen ihre Buchhaltungsmethoden regelmäßig überprüfen, sowohl direkte als auch indirekte Kosten verfolgen und sich von Finanzexpert:innen beraten lassen, um eine korrekte Finanzberichterstattung sicherzustellen.
Nutze die COGS-Formel für dein Einzelhandelsgeschäft
Egal, ob du dein erstes oder fünftes Ladengeschäft eröffnest: Die Buchhaltung ist anspruchsvoll. Als Unternehmer:in kannst du die Preise deiner Lieferant:innen nicht beeinflussen. Was du aber kontrollieren kannst, sind die Buchhaltungsmethoden, mit denen du Kennzahlen wie die COGS erfasst.
Sei gründlich in deiner Buchführung. Die Zusammenarbeit mit guten Steuerberater:innen kann dein Unternehmen voranbringen. Nicht nur, indem sie dir den Stress der Steuererklärung und COGS-Formeln abnehmen, sondern auch durch Finanzberatung, die dein Ergebnis verbessert.
Häufig gestellte Fragen zu den Kosten der verkauften Waren (COGS)
Sind COGS dasselbe wie der Einkaufspreis?
Nein, COGS sind nicht dasselbe wie der Einkaufspreis. Der Einkaufspreis bezieht sich auf die Kosten für den Erwerb eines Produkts oder von Rohstoffen, während die COGS alle direkten Kosten umfassen, die mit der Herstellung und dem Verkauf des Produkts verbunden sind, wie Arbeit, Rohstoffe und Fertigungskosten.
Wie werden die Kosten der verkauften Waren noch genannt?
COGS werden je nach Unternehmenstyp und Finanzterminologie auch als Umsatzkosten oder Wareneinsatz bezeichnet. Allerdings umfassen sowohl Umsatzkosten als auch Wareneinsatz im weiteren Sinne zusätzliche Positionen, die in den COGS nicht enthalten sind.
Wie lautet die Formel für die COGS?
Die Formel für die Kosten der verkauften Waren lautet: (Anfangsbestand + Einkäufe) – Endbestand. Diese Formel hilft Unternehmen, die Gesamtkosten der verkauften Waren in einem bestimmten Zeitraum zu ermitteln.
Was ist der Unterschied zwischen Umsatzkosten und COGS?
Umsatzkosten sind ein weiter gefasster Begriff als COGS. Sie umfassen sowohl produkt- als auch dienstleistungsbezogene Ausgaben. COGS beziehen sich speziell auf die direkten Kosten der Herstellung physischer Waren, während Umsatzkosten zusätzliche Ausgaben wie Dienstleistungserbringung, Beratungsgebühren und Softwarelizenzen umfassen können.
Was ist die Grundregel der COGS?
Die Grundregel der COGS besagt, dass nur direkte Kosten, die mit der Herstellung oder dem Einkauf von Waren zusammenhängen, in die Berechnung einfließen dürfen. Das bedeutet, dass Ausgaben wie Miete, Marketing und Verwaltungskosten nicht in die COGS einbezogen werden sollten.
Was sollte in den Kosten der verkauften Waren enthalten sein?
Die COGS sollten sowohl direkte als auch indirekte Kosten umfassen, wie zum Beispiel:
- Rohstoffe
- Verpackung
- Versand
- direkte Arbeit (Arbeitskräfte, die das Produkt montieren oder herstellen)
- Abschreibungen auf Maschinen und Ausrüstung, die in der Produktion eingesetzt werden





