Ist dir schon einmal aufgefallen, dass umweltfreundliche Produkte im Supermarkt fast immer in grünen Verpackungen stecken? Und dass Müslischachteln häufig in kräftigem Rot oder Gelb gestaltet sind?
Das ist kein Zufall. Grün verbinden wir mit Natur und Nachhaltigkeit, während Rot und Gelb Energie, Wärme und Fröhlichkeit ausstrahlen.
Farben beeinflussen Kaufentscheidungen, oft ganz unbewusst. Das gilt nicht nur im Laden, sondern auch online. Die Farben einer Website prägen innerhalb von Sekunden, wie du eine Marke wahrnimmst. Plattformen wie Shopify unterstützen Unternehmen dabei, ihre Websites bewusst mit Farbpsychologie zu gestalten, egal ob du gerade startest oder dein Geschäft skalierst.
Damit deine Markenfarben gezielt für dich arbeiten, hilft dir die Farbtheorie. Hier erfährst du, wie du sie richtig einsetzt.
Was ist Farbtheorie?
Studien zeigen, dass Farben unsere Emotionen und Stimmungen beeinflussen. Dementsprechend beschäftigt sich die Farbtheorie damit, wie Farben entstehen und wie sie auf Menschen wirken.
Rot wirkt häufig anregend und kraftvoll, Grün steht für Gesundheit und Natürlichkeit, Blau verbinden viele Menschen mit Vertrauen und Ruhe. Unterschiedliche Farbschemata lösen unterschiedliche Gefühle aus. Farbharmonie, ebenfalls ein zentraler Bestandteil der Farbtheorie, entsteht dann, wenn mehrere Farben ausgewogen zusammenspielen und ein stimmiges Gesamtbild erzeugen.
Additive vs. subtraktive Farbmodelle
Der Unterschied zwischen additiven und subtraktiven Farbmodellen spielt eine wichtige Rolle, wenn du dein Branding über Website und Druckmaterialien hinweg konsistent halten möchtest. Das solltest du dazu wissen:
- Additives Farbmodell (RGB): Dieses Farbmodell kommt auf Bildschirmen zum Einsatz, etwa auf Websites oder Fernsehern. Farben entstehen hier durch das Hinzufügen von Licht. Rotes, grünes und blaues Licht lassen sich zu allen sichtbaren Farben kombinieren. Rotes und grünes Licht erscheinen dem menschlichen Auge beispielsweise gelb, da unser Sehsystem diese Lichtwellenlängen gemeinsam verarbeitet.
- Subtraktives Farbmodell (CMYK): Dieses Farbmodell wird im Druck verwendet. Farben entstehen durch das Mischen von Pigmenten in Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Jedes Pigment schluckt bestimmte Lichtwellenlängen. Je mehr Pigmente du hinzufügst, desto weniger Licht wird reflektiert und desto dunkler erscheint die Farbe.
Da gedruckte und digitale Farben auf unterschiedlichen Farbmodellen basieren, nutzen sie auch unterschiedliche Farbcodes. Der Rotton von Coca-Cola hat zum Beispiel den RGB-Code 244 0 0, also ohne Grün- oder Blauanteil, und den CMYK-Code 4 100 95 0.
Farbtheorie verstehen
Bei der Farbtheorie geht es darum, Farben zu verstehen. Das umfasst:
- wie wir Farben sehen
- wie Farben zusammenwirken
- wie Farben unsere Gefühle und Handlungen beeinflussen
Die Farbtheorie verbindet Erkenntnisse aus Kunst, Wissenschaft und Psychologie. Sie erklärt, warum bestimmte Farben gut zusammenpassen und wie sie gezielt Emotionen auslösen.
Farbe besteht aus drei Hauptkomponenten:
- Farbton: der Name der Farbe, zum Beispiel Rot, Gelb, Grün oder Blau
- Helligkeit (oder Wert): wie dunkel oder hell eine Farbe ist
- Chroma (oder Sättigung): wie leuchtend oder intensiv eine Farbe wirkt
Wenn du eine dieser Komponenten veränderst, änderst du sofort die Stimmung oder Aussage eines Designs. Arbeitest du im Design, Branding oder Marketing, hilft dir Wissen über Farbtheorie dabei, eine stärkere Verbindung zu deinen Kund:innen aufzubauen.
Farben beeinflussen, wie du fühlst, denkst und handelst. Zum Beispiel:
- 🔵 Blau: hilft uns, fokussiert und aufmerksam zu bleiben.
- 🔴 Rot: kann uns dazu bringen, schneller zu essen oder energiegeladener zu werden.
Auch persönliche Erfahrungen und kulturelle Prägungen beeinflussen, wie Farben wirken. Teste Farbschemata deshalb immer mit deiner Zielgruppe, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
9 Grundlagen der Farbtheorie
Diese neun Grundlagen der Farbtheorie helfen allen, die Farben effektiver einsetzen möchten.
1. Der Farbkreis

Ein Farbkreis stellt Farben strukturiert über das gesamte Farbspektrum hinweg dar. Er ordnet Farbtöne und Schattierungen in einer kreisförmigen Darstellung an und zeigt, wie Farben zueinander in Beziehung stehen.
Viele Menschen kennen den klassischen Farbkreis aus Kunst und Gestaltung. Dieser basiert auf den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Er gilt als der älteste und am weitesten verbreitete Farbkreis.
Primär- und Sekundärfarben wie Rot, Gelb, Blau, Grün, Lila und Orange bilden gemeinsam mit Schwarz, Weiß, Braun, Rosa und Grau grundlegende Farbkategorien. Theoretisch lässt sich jede Farbe einer dieser Kategorien zuordnen.
Beschränkst du dich auf Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben, umfasst der Farbkreis insgesamt zwölf Farben.
2. Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben
Der Farbkreis ordnet Farbtöne in ein logisches System ein. Dieses System hilft dir zu verstehen, wie Farben zueinander stehen, und wie du sie gezielt miteinander kombinieren kannst. Dafür unterscheidet der Farbkreis zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben.
Primärfarben
In einem klassischen Farbkreis gelten Rot, Gelb und Blau als Primärfarben. Diese Farben entstehen nicht durch das Mischen anderer Farben. Sie bilden die Grundlage für alle weiteren Farbtöne.
Sekundärfarben
Sekundärfarben entstehen durch die direkte Kombination zweier Primärfarben. Es gibt drei Sekundärfarben: Orange entsteht aus Rot und Gelb, Grün aus Gelb und Blau, Lila aus Blau und Rot.
Auf dem Farbkreis liegt jede Primärfarbe genau gegenüber der Sekundärfarbe, die aus den jeweils anderen beiden Primärfarben gemischt wird. Rot steht Grün gegenüber, Gelb steht Lila gegenüber und Blau steht Orange gegenüber. Diese gegenüberliegenden Farbpaare bezeichnet man als Komplementärfarben.
Tertiärfarben
Tertiärfarben liegen zwischen Primär- und Sekundärfarben auf dem Farbkreis. Zwischen Gelb und Grün befindet sich zum Beispiel Gelbgrün, zwischen Rot und Orange Rotorange. Insgesamt gibt es sechs Tertiärfarben.
3. Farbschemata
Ein Farbschema ist eine gezielte Auswahl von Farben, die du für einen bestimmten Zweck einsetzt. Das kann eine Marke sein, eine Veranstaltung, ein Raum oder auch ein Outfit. Ein gutes Farbschema besteht aus wenigen Farben, die harmonisch zusammenwirken.
Wenn du zum Beispiel während Fußballweltmeisterschaften eine deutsche Drogerie betrittst, fallen dir häufig die Farben Schwarz, Rot und Gold auf. Das sind die Farben der deutschen Flagge und sie prägen in diesem Zeitraum viele visuelle Gestaltungen.
Du kannst aus jeder Grundfarbe ein eigenes Farbschema entwickeln. Grundsätzlich unterscheidet die Farbtheorie sechs Haupttypen von Farbschemata:
Monochromatisch
Monochromatische Farbschemata verwenden nur eine einzige Farbe, allerdings in unterschiedlichen Helligkeiten und Abstufungen. PayPal nutzt dieses Prinzip zum Beispiel mit verschiedenen Hell- und Dunkelblautönen in seinem Logo.
Wikimedia Commons
Analog
Analoge Farbschemata bestehen aus drei Farben, die auf dem Farbkreis direkt nebeneinanderliegen, etwa Türkis, Blau und Grün. Das Mastercard-Logo ist ein bekanntes Beispiel. Es kombiniert einen roten und einen gelben Kreis, die sich überschneiden und dabei Orange bilden.
Wikimedia Commons
Komplementär
Komplementäre Farbschemata nutzen zwei Farben, die sich auf dem Farbkreis direkt gegenüberliegen. Ein klassisches Beispiel sind Weihnachtsdekorationen, die häufig mit den Komplementärfarben Rot und Grün arbeiten.
Triadisch
Triadische Farbschemata setzen auf drei Farben, die gleichmäßig über den Farbkreis verteilt sind. Supermans Outfit veranschaulicht dieses Prinzip gut. Der blaue Anzug, der rote Umhang und das gelbe Logo bilden zusammen ein triadisches Farbschema.
Tetradisch (Quadrat oder Rechteck)
Ein tetradisches Farbschema verwendet vier Farben.
Beim quadratischen Schema liegen alle vier Farben gleichmäßig verteilt auf dem Farbkreis. Beim rechteckigen Schema kombinierst du zwei benachbarte Farben mit ihren jeweiligen Gegenfarben. Ein Beispiel dafür sind Blau und Blaugrün in Kombination mit Orange und Rötlich-Orange.
Googles Logo zeigt ein tetradisches Farbschema sehr anschaulich mit Rot, Gelb, Grün und Blau.
Wikimedia Commons
Geteilte Komplementärfarben
Dieses Farbschema basiert auf einer Hauptfarbe und ergänzt sie durch zwei Farben, die neben der Komplementärfarbe liegen. Wenn Lila deine Hauptfarbe ist, nutzt du zum Beispiel Gelborange und Gelbgrün als Akzentfarben.
Das frühere Logo von Taco Bell setzt dieses Prinzip um, indem es Lila als Basisfarbe verwendet und mit Rosa und Gelb akzentuiert.
Wikimedia Commons
4. Tönung, Schattierung und Ton
Farbvariationen wie Tönung, Schattierung und Ton helfen dir dabei, aus einem einzigen Farbton eine breitere Farbpalette zu entwickeln und gezielt Stimmung zu erzeugen.
- Tönung: ein Farbton, der mit Weiß gemischt wird, um hellere Varianten zu schaffen.
- Schattierung: ein Farbton, der mit Schwarz gemischt wird, um dunklere Varianten zu erzeugen.
- Ton: ein Farbton, der mit Grau gemischt wird, um eine gedämpftere, weniger intensive Version zu erhalten.
Mit diesen Techniken kannst du aus nur einem Blauton viele unterschiedliche Blaunuancen entwickeln, etwa Cyan, Königsblau oder Marineblau. Das hilft dir dabei, Designs oder Kunstwerke präzise auszudrücken und genau die Wirkung zu erzielen, die du beabsichtigst.
5. Farbtemperatur
Die Farbtemperatur beschreibt, wie warm oder kühl Licht wirkt, und wird in Kelvin (K) gemessen.
- Niedrige Werte zwischen 2.000 K und 3.000 K erzeugen warmes, gelb-oranges Licht, wie es bei Kerzenlicht oder einem Sonnenuntergang entsteht.
- Hohe Werte zwischen 5.000 K und 6.500 K erzeugen kühles, bläulich-weißes Licht, das dem Tageslicht zur Mittagszeit ähnelt.
Wenn du die Farbtemperatur verstehst, kannst du natürlich wirkende Bilder gestalten oder gezielt Stimmung erzeugen. Fotograf:innen und Filmemacher:innen nutzen dieses Prinzip, um zu steuern, wie Farben wahrgenommen werden. Innenbeleuchtung wirkt meist wärmer bei etwa 3.200 K, während natürliches Tageslicht kühler ist und ungefähr 5.500 K erreicht.
6. Farbharmonie
Farbharmonie entsteht, wenn Farben gut zusammenwirken. Du kannst sie dir wie die visuelle Entsprechung von Musiknoten vorstellen, die gemeinsam stimmig klingen.
Wenn Designer:innen Farben wählen, die harmonisch zusammenspielen, erreichen diese Farbkombinationen mehrere Ziele:
- Sie machen Designs attraktiver.
- Sie verbessern die Lesbarkeit von Texten und erleichtern das Finden von Buttons auf Websites.
- Sie unterstützen den Aufbau einer starken Marke, die im Gedächtnis bleibt.
- Sie lösen gezielt Gefühle aus, zum Beispiel regen warme Farben an, während kühle Farben beruhigen.
Für optimale Ergebnisse gehen Designer:innen dabei systematisch vor:
- Sie wählen zuerst eine Hauptfarbe.
- Sie kombinieren warme und kühle Farben bewusst.
- Sie setzen Kontraste ein, um wichtige Elemente hervorzuheben.
- Sie achten darauf, dass das Design barrierefrei bleibt.
- Sie testen Farben gründlich, bevor sie das Design finalisieren.
7. Farbpsychologie
Die Farbpsychologie untersucht, wie Farben Gefühle, Emotionen und Handlungen beeinflussen.
Farben wirken auf mehreren Ebenen. Sie lösen biologische Reaktionen aus, etwa Veränderungen der Herzfrequenz. Sie wecken kulturelle Assoziationen und knüpfen an persönliche Erfahrungen an. Warme Farben wie Rot, Orange und Gelb wirken meist energetisierend und stimulierend. Kühle Farben wie Blau, Grün und Lila werden dagegen häufig als beruhigend und entspannend wahrgenommen.
Jede Farbe transportiert dabei bestimmte Bedeutungen:
- Rot: Aufregung, Dringlichkeit, Gefahr
- Blau: Ruhe, Vertrauen, Zuverlässigkeit
- Grün: Natur, Gesundheit, Wachstum
- Gelb: Glück, Kreativität, Optimismus
- Orange: Energie, Wärme, Enthusiasmus
- Lila: Luxus, Königlichkeit, Spiritualität
- Weiß: Sauberkeit, Reinheit, Einfachheit
- Schwarz: Macht, Eleganz, Geheimnis
Auch wenn individuelle Reaktionen je nach Kultur und persönlicher Prägung variieren, beeinflussen bewusste Farbentscheidungen maßgeblich, wie Menschen sich fühlen und wie sie in unterschiedlichen Umgebungen handeln.
8. Farbkontext und Wahrnehmung
Farben sind nicht statisch. Sie verändern sich je nach Umgebung. Ein grüner Pullover wirkt unter Ladenbeleuchtung oft anders als bei Tageslicht oder wenn er neben anderen Farben liegt. Deine Augen und dein Gehirn gleichen diese Unterschiede ständig aus. Dieser Ausgleich funktioniert gut, aber nicht perfekt.
Deshalb arbeiten viele Branchen mit präzisen Messinstrumenten, um Farbgenauigkeit über Produkte und Standorte hinweg sicherzustellen. Wenn du diese Effekte verstehst, gestaltest du bessere visuelle Erlebnisse und sorgst für einheitliche Qualität. Das gilt für alles, von Kleidung bis hin zu Sicherheitsschildern.
9. Farbkontrast
Farbkontrast entsteht, wenn sich Farben in Helligkeit, Sättigung oder Farbton unterscheiden. Designer:innen nutzen ihn, um Designs zu schaffen, die ins Auge fallen und die User Experience verbessern.
Für barrierefreie Gestaltung ist Farbkontrast besonders wichtig, vor allem beim Lesen von Texten. Dunkler Text auf hellem Hintergrund, etwa Marineblau auf Hellgelb, lässt sich deutlich leichter lesen als ähnliche Farben nebeneinander, zum Beispiel Hellgrau auf Weiß.
Unternehmen setzen starken Farbkontrast gezielt in Logos ein, um Wiedererkennung zu schaffen. Wenn du dieselben Farbkombinationen konsequent nutzt, erkennen Menschen deine Marke schneller und erinnern sich leichter an sie.
Wie du Farbtheorie für dein Unternehmen nutzt
- Entscheide dich für deine Botschaft
- Führe eine Konkurrenzanalyse durch
- Wähle deine Hauptfarbe
- Wähle deine Akzentfarben
- Integriere Markenfarben in dein gesamtes Unternehmen
Die richtigen Farben für deine Website und dein Logo können subtil beeinflussen, wie Menschen deine Marke wahrnehmen. Farbtheorie hilft dir dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen und gezielt Emotionen auszulösen.
So nutzt du Farbtheorie für dein Unternehmen:
1. Entscheide dich für deine Botschaft
Überlege dir, welche Botschaft deine Marke vermitteln soll und welche Gefühle du bei Menschen auslösen möchtest. Wähle Farben, die zu deinem Unternehmen passen und die Zielgruppe ansprechen, die du erreichen willst.
Farben tragen unterschiedliche Bedeutungen. Deshalb lohnt es sich, zu recherchieren, wie deine Zielgruppe Farben kulturell wahrnimmt. Rosa und Lila gelten beispielsweise häufig als feminin. Ein visuelles Branding mit diesen Farben kann daher eher Frauen ansprechen.
2. Führe eine Konkurrenzanalyse durch
Deine Farbpalette sollte nicht nur zu deiner Botschaft passen, sondern auch in deiner Branche stimmig wirken. Marktforschung hilft dir dabei, Farben zu wählen, die auffallen und gleichzeitig den Erwartungen deines Marktes entsprechen.
Sieh dir an, welche Farben vergleichbare Unternehmen in ihrem Branding einsetzen. Nutze dafür auch Ressourcen wie den Shopify Themes Store, um Inspiration aus bestehenden Website-Designs zu sammeln. Du sollst keine Farbpaletten kopieren. Die Analyse hilft dir jedoch zu verstehen, welche Farben in deiner Branche üblich sind und wo du bewusst Akzente setzen kannst. Das Erkennen von Branchentrends gibt deinen Branding-Entscheidungen den richtigen Kontext.
Während der Recherche kann es hilfreich sein, ein Moodboard zu erstellen. So sammelst du Inspiration und testest, wie verschiedene Farben zusammenwirken.

3. Wähle deine Hauptfarbe
Wähle eine Hauptfarbe für deine Marke. Diese Farbe erscheint am häufigsten auf deiner Website, in deinem Logo und in weiteren Materialien.
Stell dir dabei folgende Fragen:
- Erzeugt diese Farbe das Gefühl, das Kund:innen mit meinem Unternehmen verbinden sollen?
- Passt sie zur Energie und Ausrichtung meines Unternehmens?
Ein Beispiel:
- Knalliges Rot funktioniert gut für Kinderparty-Planer:innen, weil es verspielt und energiegeladen wirkt.
- Dasselbe knallige Rot kann in einer Schönheitschirurgie-Praxis jedoch verunsichern oder sogar abschrecken.
Deine Hauptfarbe sollte widerspiegeln, was dein Unternehmen tut, und unterstützen, wie sich Kund:innen fühlen sollen, wenn sie mit deiner Marke in Kontakt kommen.
4. Wähle deine Akzentfarben
Nutze die Beziehungen aus einem der vorgestellten Farbschemata und arbeite mit dem Farbkreis, um passende Akzentfarben zu finden. Alternativ kannst du einen Farbpaletten-Generator verwenden, um verschiedene Kombinationen zu testen.
Behalte dabei im Blick, dass selbst komplexe Farbschemata meist nicht mehr als vier Farben verwenden. Zwei oder drei davon dienen in der Regel nur als Akzente.
5. Integriere Markenfarben in dein gesamtes Unternehmen
Sobald du dein Farbschema festgelegt hast, setze es konsequent im gesamten Unternehmen ein.
- Aktualisiere die Farben deiner Website.
- Gestalte dein Logo und alle zugehörigen Marken-Assets neu.
- Passe deine Social-Media-Profile, Coverbilder und Post-Vorlagen an.
- Verwende dieselben Farben für deine Produktverpackungen.
- Achte darauf, dass auch Visitenkarten und Flyer das gleiche Farbschema nutzen.
Konsistenz über alle Berührungspunkte hinweg stärkt deine Markenidentität und sorgt dafür, dass Kund:innen deine Marke schnell erkennen und wiedererkennen.
Häufige Fragen zur Farbtheorie
Was ist Farbharmonie und wie wird sie erreicht?
Farbharmonie entsteht, wenn eine Gruppe von Farben ästhetisch ansprechend wirkt. Harmonische Farbkombinationen bestehen aus Farben, die auf dem Farbkreis in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, zum Beispiel in komplementären oder analogen Mustern.
Welche Bedeutung hat Farbkontrast in der Farbtheorie?
Farbkontrast beschreibt, wie stark sich zwei Farben unterscheiden, wenn du sie nebeneinander platzierst. Dieser Unterschied kann durch verschiedene Farbtöne entstehen, etwa Blau im Vergleich zu Orange, oder durch unterschiedliche Helligkeit, etwa dunkel im Vergleich zu hell. Schwarz und Weiß haben einen sehr hohen Kontrast, während helle und dunkle Grautöne einen deutlich geringeren Kontrast aufweisen. Wenn du kontrastreiche Farben für Text und Hintergründe nutzt, verbesserst du die Lesbarkeit, besonders für Nutzer:innen mit Sehbeeinträchtigungen.
Welche Fehler solltest du bei der Anwendung von Farbtheorie im Design vermeiden?
Häufige Fehler sind der Einsatz zu vieler Farben oder ihre gleichmäßige Verteilung ohne klare Hierarchie, kontrastarmer Text, der sich schwer lesen lässt, die Verwendung von reinem Schwarz, das die Augen stark belasten kann, sowie Farben, die nicht zu deinen Markenwerten oder Produkten passen.
Wie lernen Anfänger:innen Farbtheorie?
Der Einstieg gelingt gut, wenn du dich zuerst mit Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben vertraut machst. Analysiere Beziehungen wie komplementäre und analoge Farben, übe das Mischen von Farben und beobachte, wie Farben in Logos, in der Natur oder im Alltag eingesetzt werden. Erstelle stimmungsbasierte Farbpaletten und nutze Online-Tools, um verschiedene Kombinationen zu testen und ein Gefühl für Farbharmonie zu entwickeln.
Welche Emotionen repräsentieren Farben?
- Rot: Aufregung, Leidenschaft, Wut, Gefahr
- Orange: Energie, Wärme, Enthusiasmus
- Gelb: Glück, Optimismus, Vorsicht
- Grün: Wachstum, Harmonie, Sicherheit, Natur
- Blau: Ruhe, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Traurigkeit
- Lila: Kreativität, Luxus, Geheimnis
- Rosa: Verspieltheit, Romantik, Sanftheit
- Braun: Stabilität, Zuverlässigkeit, Erdverbundenheit
- Schwarz: Macht, Eleganz, Geheimnis, Trauer
- Weiß: Reinheit, Sauberkeit, Einfachheit





