Auktionsplattformen wie eBay werben oft damit, wie einfach es ist, über ihre Dienste Waren zu verkaufen. Doch der Schein kann trügen. Während ein Kauf auf eBay mit wenigen Klicks erledigt ist, erfordert das Verkaufen deutlich mehr: Du musst einen realistischen Mindestverkaufspreis festlegen, Versandzeiten kommunizieren und einhalten und die eBay-Verkäufergebühren verstehen.
Besonders der letzte Punkt entscheidet darüber, wie viel Gewinn nach einem Verkauf tatsächlich bei dir ankommt.
In diesem Artikel lernst du die gängigsten eBay-Verkäufergebühren plus Beispielszenarien kennen, in denen mehrere Gebühren gleichzeitig anfallen können. Außerdem erwarten dich praktische Tipps, wie du deine Kosten reduzierst.
Arten von eBay-Verkäufergebühren
- Einstellgebühren
- Verkaufsprovision
- Gebühren für gesponserte Anzeigen
- Optionale Gebühren für Angebots-Upgrades
- Internationale Gebühren
- Gebühren für Immobilienangebote
- eBay-Shop-Abogebühren
Manche eBay-Verkäufergebühren fallen unabhängig davon an, was du verkaufst, andere nur in bestimmten Situationen. Hier sind die häufigsten Gebühren im Überblick:
Einstellgebühren
Für das Einstellen eines Artikels auf eBay fällt eine Einstellgebühr an. Bietest du weniger als 250 Artikel pro Monat an, entfällt diese Gebühr. Überschreitest du diese Grenze, berechnet eBay 0,35 € für Festpreisangebote und 0,50 € pro Auktionsangebot.
Einstellgebühren sind nicht erstattungsfähig, auch wenn der Artikel am Ende nicht verkauft wird. Wenn du dich der 250-Artikel-Grenze in einem Kalendermonat näherst und zusätzliche Kosten vermeiden möchtest, behalte diese Schwelle genau im Blick.
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Verkaufsprovision
Wird dein Artikel verkauft, erhebt eBay eine Verkaufsprovision. Diese berechnet sich als Prozentsatz des Gesamtverkaufsbetrags zuzüglich ab 0,35 € pro Bestellung. Der Gesamtverkaufsbetrag umfasst den Verkaufspreis, Bearbeitungsgebühren, bestimmte Versandkosten, Umsatzsteuer und weitere anfallende Gebühren.
Der Prozentsatz der Verkaufsprovision hängt von der Produktkategorie ab. Für die meisten Kategorien liegt er bei 11 % auf den Gesamtverkaufsbetrag bis zu 1.990 €. Auf den darüber hinausgehenden Betrag fallen 3 % an.
Beispiele aus der Praxis:
Für Accessoires wie Handtaschen liegt der Prozentsatz der Verkaufsprovision bei 12 % für jeden Anteil des Verkaufspreises bis 990 €, und bei 3 %, wenn der Preis darüber liegt.
Bei Sammelkarten beträgt die Verkaufsprovision 11 % für jeden Anteil des Verkaufspreises bis 990 €, und 3 % auf den darüber hinausgehenden Betrag.
Gebühren für gesponserte Anzeigen
Mit gesponserten Anzeigen erhöhst du die Sichtbarkeit deiner Angebote. Diese Gebühr fällt nur an, wenn dein Artikel tatsächlich über eine gesponserte Anzeige verkauft wird. Als Verkäufer:in legst du selbst den Anzeigensatz fest, der zwischen 2 % und 100 % des Gesamtverkaufsbetrags liegen kann.
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Optionale Gebühren für Angebots-Upgrades
Neben gesponserten Anzeigen gibt es weitere Möglichkeiten, deine Verkaufschancen zu erhöhen. Du kannst Zusatzoptionen buchen wie Untertitel (1,50 €) oder einen Mindestverkaufspreis. Das ist der niedrigste Preis, zu dem du einen Artikel verkaufen möchtest. Die Gebühr für das Hinzufügen eines Mindestverkaufspreises beträgt 3 % des festgelegten Mindestpreises, maximal 150 €.
Internationale Gebühren
Wenn du einen Artikel an Käufer:innen außerhalb deines registrierten Landes verkaufst, erhebt eBay eine zusätzliche Auslandsgebühr, die zur Verkaufsprovision hinzukommt. Die Höhe variiert je nach Herkunftsland:
| Registriertes Land des Shops | Internationale Gebühr |
|---|---|
| Japan | 1,35 % |
| Südkorea | 1,45 % |
| Indien | 1,70 % |
| Neuseeland | 1,00 % |
| Rest von Asien-Pazifik (APAC) | 1,30 % |
| Europa (außerhalb der EU) | 1,30 % |
| Rest der Welt | 1,55 % |
Gebühren für Immobilienangebote
Wenn du planst, Immobilien auf eBay zu verkaufen (ja, das ist möglich!), musst du eine separate Gebühr für Immobilienangebote zahlen. Die Höhe der Gebühr variiert je nach Art der Immobilie (Wohn- oder Gewerbeimmobilie) und dem Angebotsformat (Kleinanzeigen, private Hypothekenverträge usw.).
Beachte, dass Immobilienangebote auf eBay stark reguliert sind. Wer keine entsprechende Immobilienlizenz oder ein entsprechendes Gewerbe besitzt, darf keine Immobilien im Auftrag Dritter auf eBay anbieten.
eBay-Shop-Abogebühren
Manche Verkäufer:innen eröffnen einen eigenen eBay-Shop. Dafür fällt eine monatliche Abogebühr an, die je nach gewähltem Paket variiert:
- Basis-Shop: 39,95 €/Monat
- Top-Shop: 79,95 €/Monat
- Premium-Shop: 299,95 €/Monat
- Platin-Shop: 4.999,95 €/Monat
Ein Vorteil der Eröffnung eines eBay-Shops sind niedrigere Verkaufsprovisionen und zusätzliche kostenlose Angebote pro Monat über die 250-Artikel-Grenze hinaus.
Beispielverkäufe und eBay-Verkäufergebühren
- Beispiel 1: Verkauf einer Handtasche
- Beispiel 2: Verkauf eines iPhones über eine gesponserte Anzeige
- Beispiel 3: Verkauf eines Buches an eine Käuferin im Ausland
Schau dir als nächstes einige hypothetische Verkaufsszenarien an, um zu verstehen, wie die eBay-Verkäufergebühren in der Praxis anfallen:
Beispiel 1: Verkauf einer Handtasche
Julie verkauft eine vintage Monogram-Handtasche von Louis Vuitton für 575 € auf eBay. Da dies ihr 251. Angebot im Monat ist, fällt eine Einstellgebühr von 0,50 € an.
Die Verkaufsprovision beträgt 12 % des Gesamtverkaufsbetrags, der auch die Versandkosten (20 €) und die Mehrwertsteuer (10 %, also 57,50 €) umfasst. Der Gesamtverkaufsbetrag liegt damit bei 652,50 €, woraus sich eine Verkaufsprovision von 78,30 € ergibt. Hinzu kommt die fixe Gebühr von 0,45 €.
Zusammen mit der Einstellgebühr belaufen sich Julies Gesamtkosten auf 79,25 €.
Beispiel 2: Verkauf eines iPhones über eine gesponserte Anzeige
Mark verkauft sein altes iPhone X für 145 € auf eBay. Er nutzt eine gesponserte Anzeige sowie einen Untertitel (1,50 €). Als Anzeigensatz für die gesponserte Anzeige wählt er 6 % des Gesamtverkaufsbetrags, also 9,74 €. Da dies sein erstes eBay-Angebot ist, entfällt die Einstellgebühr.
Der Versand kostet 10 €, und die Mehrwertsteuer beträgt 5 % des Artikelpreises, also 7,25 €. Der Gesamtverkaufsbetrag liegt damit bei 162,25 €.
Die Verkaufsprovision für Mobiltelefone beträgt 11 % des Gesamtverkaufsbetrags bis zu 1.990 €, was in diesem Beispiel eine Verkaufsprovision von 17,85 € ergibt. Hinzu kommt die fixe Gebühr von 0,45 €.
Beispiel 3: Verkauf eines Buches an eine Käuferin im Ausland
Stephanie verkauft eine Erstausgabe von Stephen Kings „Es" für 70 € auf eBay an eine Käuferin in Südkorea. Da dies ihr 280. Angebot im Monat ist, fällt eine Einstellgebühr von 0,50 € für das Auktionsangebot an.
Der internationale Versand nach Seoul kostet 25 €, und die Mehrwertsteuer beträgt 10 %, also 7 €. Der Gesamtverkaufsbetrag liegt damit bei 102 €.
Die Verkaufsprovision für Bücher und andere Druckerzeugnisse beträgt 11 % des Gesamtbetrags bis zu 1.990 €. Stephanies Verkaufsprovision beläuft sich damit auf 11,22 €. Hinzu kommt die fixe Gebühr von 0,45 €.
Da Stephanie in den USA ansässig ist, fällt zusätzlich eine Auslandsgebühr von 1,55 % des Gesamtverkaufsbetrags an, also 1,58 €. Stephanies gesamte eBay-Verkäufergebühren belaufen sich damit auf 13,75 €, zusammengesetzt aus 0,50 € Einstellgebühr, 11,22 € Verkaufsprovision, 0,45 € fixer Gebühr und 1,58 € Auslandsgebühr.
Wie du eBay-Verkäufergebühren reduzieren kannst
Es gibt einige Möglichkeiten, deine eBay-Verkäufergebühren zu senken und so deine Gewinnmarge zu steigern:
- Halte es einfach. Gestalte deine Angebote attraktiv, ohne auf gesponserte Anzeigen oder kostenpflichtige Zusatzoptionen zurückzugreifen. Klare Überschriften und ansprechende Produktbeschreibungen, die häufige Käuferfragen vorwegnehmen, wie Zustandsbeschreibung, Materialart oder Abnutzungsspuren, reichen oft aus.
- Halte die Anzahl deiner Angebote niedrig. Wenn du unter 250 Angeboten pro Monat bleibst, kannst du Einstellgebühren vermeiden.
- Eröffne einen eBay-Shop. Ein eigener eBay-Shop ist zwar mit einer monatlichen Abogebühr verbunden, kann aber die Verkaufsprovisionen senken und zusätzliche kostenlose Angebote über der 250-Artikel-Grenze bieten. Für Verkäufer:innen mit hohem Volumen kann ein Shop daher eine echte Kostenersparnis bedeuten.
- Biete kostenlosen Versand an. Kostenloser Versand zieht mehr Käufer:innen an und erhöht die Verkaufswahrscheinlichkeit. Außerdem reduziert er den Gesamtverkaufsbetrag und damit die Verkaufsprovision, da die Versandkosten nicht in die Berechnungsgrundlage einfließen. Denke jedoch daran, die Versandkosten in deine eigene Kalkulation einzubeziehen.
FAQ: eBay-Verkäufergebühren
Wie viel nimmt eBay von einem Verkauf via Sofortkauf-Option?
Für Festpreisangebote, auch bekannt als „Sofortkauf"-Verkäufe, erhebt eBay eine nicht erstattungsfähige Gebühr von 0,35 €.
Zahlst du eBay-Verkäufergebühren, wenn ein Artikel nicht verkauft wird?
Das hängt von der Anzahl deiner Angebote ab. Bis zu 250 Angebote pro Monat sind kostenlos. Für jedes weitere Angebot über dieser Grenze fällt eine Einstellgebühr an. Diese ist nicht erstattungsfähig, auch wenn der Artikel am Ende nicht verkauft wird.
Wie vermeidest du eBay-Verkäufergebühren?
Völlig gebührenfrei auf eBay zu verkaufen, ist in der Regel nicht möglich. Es gibt jedoch Strategien, um deine eBay-Verkäufergebühren zu reduzieren, zum Beispiel durch die Eröffnung eines eBay-Shops oder das Angebot von kostenlosem Versand.




